Fast jeder kennt die Situation: Man forscht im Web nach einer bestimmten Information und bekommt von den derzeit gängigen Suchmaschinen nicht so recht die passenden Ergebnisse geliefert. Man sucht und sucht und probiert diesen und jenen Suchbegriff, bis man die gewünschte Information gefunden hat- im Idealfall. Schnelleres und bequemeres Auffinden von Infos, Produkten und Dienstleistungen im Internet soll dagegen die semantische, auch kontextsensitive Websuche genannt, bringen.
Zwei Unternehmen aus Deutschland haben hier erfreulicherweise in puncto Entwicklung weit die Nase vorn. Erfreulich, da sich außer der Domainhandelsplattform “Sedo” kaum ein deutsches Internet- Startup global etablieren konnte.
Eines der innovativen Konzepte stammt von Qitera. Die Qitera Technologie will Informationen möglichst vieler Websites miteinander verknüpfen und so ein Beziehungsgeflecht schaffen, das durchsuchbar ist und Ergebnisse liefert, in deren Auswertung nicht nur Schlagbegriffe, sondern auch der erweiterte Kontext berücksichtigt wird. Dieser Mechanismus soll die Grundlage für intelligente Suchanfragen bilden. Eine Suchanfrage könnte dann lauten: “Liste mir sämtliche deutschsprachigen Webblogs auf, die über Probleme beim flirten mit außergewöhlich schönen Frauen gebloggt haben”. Optimalerweise würde man dann tatsächlich die Inhalte der entsprechenden Webblogs erhalten und nicht die von Singlebörsen, Flirt-Chats oder gar Schmuddel- Seiten, was sehr wahrscheinlich der Fall wäre wenn man die Schlagbegriffe flirten und Frauen in den aktuellen Suchmaschinen angefragt hätte.
Desweiteren können die User des Qitera Webdienstes ihre Infos, Dokumente und Bilder ähnlich wie bei Social Bookmark Diensten mit anderen Leuten teilen.
Das zweite deutsche Innovation heißt Proximic, deren Konzept den aktiven Weg der Informationen vom Anbieter zum User beinhaltet. Proximic vergleicht ebenfalls keine Schlüssel- oder Schlagwörter, sondern ganze Zeichenketten.
Praktisch können sich User für die bereits am Markt vertretene Beta- Version ein Firefox- Plugin downloaden. Eine aufgerufene Website wird dadurch nicht mehr im ganzen Fenster anzeigt, sondern nimmt zirka dreiviertel der Fensterbreite ein. Der verbleibende Platz ist dafür vorgesehen, vergleichbare Sites mit Link nach Kategorien sortiert anzuzeigen. Hätte man beispielsweise eine DSL- Tarifseite geöffnet, könnten zusätzlich die Seiten von DSL Anbietern, der DSL Wikipedia Artikel oder auch aktuelle News zum Thema DSL Flatrate angeboten werden. Damit soll das Auffinden von Informationen natürlicher, umfassender und für den User produktiver werden.