Bis zum Jahre 2005 waren Desktop- PCs, Notebooks und Server überwiegend mit einkernigen Prozessoren (Singlecore) ausgerüstet. Zur Leistungssteigerung der Rechner wurden jedoch schon sehr Früh Versuche unternommen, einen einzelnen Computer
auch mit mehreren Prozessoren zu betreiben. Dies gelang jedoch nur bedingt, da die übermäßige Abwärme, welche beim gleichzeitigen Betrieb von mehreren einzelnen CPUs entsteht, neue Problematiken für den gesamten Hardware- Verband eines Rechners aufwarf. Die Nachteile beim Betrieb von mehreren Singlecore Prozessoren in einer Maschine überwogen letztlich die Vorteile der gesteigerten Gesamtleistung.
Die Lösung des Abwärme Problems lag in der Entwicklung von zunächst zweikernigen CPUs, besser bekannt als Dualcore Prozessoren. Bald schon folgten die ersten Triplecore Prozessoren und schließlich die Quadcore CPUs. Die Entwicklung der Multicore Technologie wird maßgeblich durch die beiden marktführenden Chip- Hersteller “Intel“ und “AMD“ vorangetrieben. Multicore bedeutet, dass mehrere Haupt- und/oder Nebenprozessoren auf nur einem einem Chip arbeiten. Der Vorteil gegenüber dem Betrieb von mehreren einzelnen Prozessoren ist die nur geringfügig höhere Abwärmeleistung bei deutlich gesteigerter Rechenkapazität.
Gegenwärtig bemühen sich die Hersteller stark um “low-voltage“ Multicore Prozessoren zur Senkung des Energieverbrauchs. “Intel“ brachte kürzlich die Quadcore- Xenon- Prozessoren L5420 und L5410 für Server und Desktop- Systeme auf den Markt. Der Energieverbrauch dieser aktuellen Modelle liegt bei 12,5 Watt pro einzelnem Core, also maximal 50 Watt für einen 45nm low-voltage Prozessor. Die Frequenz- Leistung beträgt 2,5 Gigahertz. Zusätzlich wurde der Cache um fünfzig Prozent vergrößert. Für das dritte Quartal diesen Jahres kündigte “Intel“ bereits Dualcore low-voltage Prozessoren mit einem Verbrauch von 40 Watt und einer Taktfrequenz von 3 Gigahertz an. Der Hersteller “AMD“ liefert derweil seine ersten Triplecore CPUs an ausgewählte Hersteller wie “Dell“ und “Mesh Computer“ aus.
Da die CPU derjenige Teil des Computers ist, welcher die Anwendungsprogramme betreibt, kann sich die vorteilhafte Wirkung von Multicore Prozessoren nur bei entsprechend auf Multicore optimierter Software entfalten. Bei alten, für einkernige CPUs geschriebenen Programmen ist kaum eine Leistungssteigerung spürbar. Bei der Verwendung von aktueller Software laufen Anwendungen jedoch deutlich flüssiger. Aber braucht eigentlich jemand so hohe Rechenleistung? Ja, im permanent fortschreitenden Informationszeitalter werden oft viele Computer- Anwendungen parallel betrieben. Jemand, der durch zeitgemäße e-learning Methoden ein virtuelles Klassenzimmer während einer online Weiterbildung besucht, daneben seine aufgenommen Videos in andere Formate konvertiert und vielleicht noch zeitgleich ein Grafikprogramm benutzt, wird die Leistungsfähigkeit einer Multicore CPU sicher zu schätzen wissen.